CFM - Zentrum für Achtsamkeit

Woch­enende: Acht­samkeit in der Arbeit mit Men­schen

Achtsamkeit, diese bestimmte Art aufmerksam zu sein, bewusst im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen, ist für TherapeutInnen und BeraterInnen eine wesentliche Bereicherung für die Haltung gegenüber dem Klienten und für die Gestaltung des Kontaktes.

In diesem Kurs geht es um ein Kennenlernen/Vertiefen und Üben von verschiedenen Formen der Achtsamkeitsmeditation (Sitzmeditation, Body Scan, Achtsame Bewegungsübungen). Die eigene Achtsamkeitspraxis ist die unabdingbare Voraussetzung, um mit Klienten achtsam umgehen zu können. Dabei werden wir anhand der eigenen Erfahrungen die wesentlichen Wirkfaktoren der Achtsamkeitspraxis herausarbeiten.

Anschließend beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Faktoren (Absicht, Sprachgestaltung, innere Haltung), die für das Anleiten von Achtsamkeitsmeditationen eine Rolle spielen, und es gibt Gelegenheit, das Anleiten selbst zu üben.

In Meditationen und gezielten Übungen werden wir uns außerdem sowohl theoretisch als auch praktisch damit auseinandersetzen, wie die reine Anwendung der Achtsamkeitspraxis im Gespräch mit dem Klienten, etwa durch gezielte Fragenstellungen zum so genannten Inquiry (Anregung zur Selbsterforschung des Klienten), bereits wesentliche heilsame und therapeutische Prozesse auslösen kann.

 Kursleitung Stefan Machka und Beatrice Heller 
 Kursort Zürich 
 Kosten CHF 530.00
 Daten 17. und 18. November 2017
 Zeiten 09.00 - 18.00 Uhr

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Achtsamkeit in der Arbeit mit Menschen

Fortbildung für Fachpersonen aus Medizin, Psychologie, Pädagogik und Wirtschaft

Die Fortbildung richtet sich an alle Interessierten,

- die Achtsamkeit für sich selbst regelmässig praktizieren möchten,
- die diese Haltung im Kontakt mit anderen Menschen leben möchten,
- die erste Schritte unternehmen möchten, Achtsamkeitsübungen anzuleiten
 
Für Erfahrene mit Achtsamkeitsübungen kann diese Fortbildung eine wunderbare Gelegenheit sein, die eigene Praxis zu vertiefen und zu stabilisieren. Aber auch Menschen, die noch keine Erfahrungen mit der Achtsamkeitspraxis haben, sind willkommen. Es werden alle wichtigen Aspekte von Grund auf erklärt und eingeübt.
 
Achtsamkeitsbasierte Übungen und Verfahren haben in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen Psychotherapie, Pädagogik, Gesundheitswesen, Personalwesen und Teamarbeit Einzug gehalten und in all diesen Bereichen zu deutlichen positiven Effekten geführt, von denen viele nicht nur durch persönliche Einschätzungen und Erfahrungsberichte, sondern auch durch die aktuelle wissenschaftliche Forschung bestätigt werden.

Für die Einzelnen erhöhen sich mit der regelmässigen Praxis der Achtsamkeit das Wohlgefühl und die Stresstoleranz. Eine verbesserte seelische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und Konzentrationsfähigkeit sind nebst positiven Zuständen wie Zufriedenheit, Dankbarkeit, einem guten Selbstwertgefühl und höherer Mitgefühlsfähigkeit mit sich selbst und anderen ebenfalls Folgeerscheinungen. Es gelingt immer besser, nicht automatisch auf Situationen zu reagieren, sondern bewusst und klar mit dem aktuellen Geschehen angemessen oder kreativ umzugehen.
 
Im Kontakt mit anderen Menschen erhöhen sich durch die Haltung der Achtsamkeit Toleranz, Feinfühligkeit und Schwingungsfähigkeit. Auch hier wird zunehmend möglich, in der Interaktion aus automatischen Reaktionen auf den anderen auszusteigen und offen, authentisch, interessiert und mitfühlend zu begegnen. Jedes Gespräch kann auf diese Weise angemessener, konstruktiver und zielführender gestaltet werden, und gewinnt an menschlicher Tiefe.
 
Die Wirkung eines achtsamen Kontaktes auf das Gegenüber ist in allen Berufsfeldern heilsam und förderlich.
Der Patient, die Schülerin, der Mitarbeiter, die Kundin – alle fühlen sich durch eine achtsame Haltung in der Gesprächsführung besser verstanden, gehört und aufgehoben. Diese von Wertschätzung geprägte Kommunikation ermöglicht eine menschliche, offene und tolerante Atmosphäre und bringt u.a. Qualitäten von gegenseitigem Vertrauen und Verbundenheit hervor – eine zentrale Voraussetzung für ein authentisches Begegnen und für Offenheit.
 
Je nachdem, wie die berufliche Tätigkeit aussieht, kann es angemessen und hilfreich sein, achtsamkeitsbasierte Übungen an Interessierte weiterzugeben, sie in Übungen anzuleiten.
  • Im klinisch-therapeutischen Bereich hat Achtsamkeit heilsame Wirkungen bei Patienten, die unter Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Borderline-Störungen und chronischen Schmerzzuständen leiden.
  • Im pädagogischen Bereich können Schüler und Schülerinnen durch bessere Konzentrations- und Entspannungsfähigkeit von Achtsamkeitsübungen profitieren oder durch die Achtsamkeitspraxis lernen, schädliche Haltungen, die einem effizienten und freudvollen Lernen im Wege stehen (wie Perfektionismus, zu hoher Anspruch, zu ernste Grundhaltung etc.), zu erkennen und zu verändern.
  • Im betrieblichen Kontext ist es möglich, in Teams oder bei Mitarbeitenden durch Achtsamkeitsübungen eine bessere Arbeitsatmosphäre zu initiieren und eine Kultur von freundlichem, offenem und wertschätzendem Miteinander aufzubauen.
Die Fortbildung besteht aus drei Modulen (3/4/3 Tage) die aufeinander aufbauen.

1. Block: Aufbau der eigenen Praxis

Die Basis für ein achtsames Leben ist stets die eigene Praxis, die eigene Erfahrung. Deshalb werden alle wesentlichen Aspekte der Achtsamkeitspraxis durch praktische Übungen vermittelt. Dieser Block findet jeweils in Zürich statt.
Praktische Übungen:
  • Sitzmeditation
    Meditation über den Atem und über Körperempfindungen, Gewahrsein der eigenen Gedanken- und Gefühlswelt, Meditation über Geräusche, die Praxis des „offenen Gewahrseins“, die Schulung einer Haltung von Weite und Offenheit von Moment zu Moment.
  • Körpermeditation in Ruhe
    Body Scan im Liegen, Sitzen oder Stehen.
  • Körpermeditation in Bewegung:
    Gehmeditation und achtsame, leichte Yogaübungen.
  • Informelle Praxis
    Die Integration von Achtsamkeit in die verschiedenen Bereiche des Lebens, in Routinehandlungen als auch in herausfordernde Stresssituationen.
Theoretische Elemente:
  • Was ist Achtsamkeit?
  • Hintergrundinformation zu den Basisübungen der Achtsamkeit.
  • Die Bedeutung von automatischen Mustern.
  • Definition von Stress und die Wirkung der Achtsamkeitspraxis in herausfordernden Umständen
  • Achtsamkeit und ihre Zusammenhänge zu aktuellen psychologischen Theorien und Strategien.
  • Forschungsergebnisse zu Achtsamkeit.

2. Block: Vertiefung der Praxis und Interpersonelle Achtsamkeit

Der zweite Block wird im „Haus der Stille“ in Kappel am Albis stattfinden. Dies ermöglicht uns, intensiv und ohne viel Ablenkung in die verschiedenen Achtsamkeitsübungen einzutauchen. Ein Schweigetag ist ebenfalls Bestandteil dieses zweiten Blocks.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Tage ist die Einführung in die interpersonelle Achtsamkeit, eine Grundlage für achtsame Gesprächsführung.
Praktische Übungen:
  • Vielfältige Dialogübungen
    Wir begegnen den verschiedenen Elemente und Blickwinkel einer achtsamen Kommunikation. Auch hier werden die praktischen Übungen gegenüber den theoretischen Elementen den größeren Raum einnehmen.
Theoretische Elemente:
  • Entwicklung einer „Zweigeteilten Aufmerksamkeit“: In Verbindung sein mit dem anderen und in Verbindung sein mit sich selbst.
  • Unterschied zwischen Reaktivität und innerer Resonanz.
  • Grundelemente achtsamer Kommunikation wie Offenheit, Grosszügigkeit, Nicht-Bewerten, Anfängergeist, tiefes Zuhören, wirkliches Interesse, Mitgefühl etc.

3. Block: Vertiefung der Praxis, Strategien, noch mehr auf das Gegenüber einzugehen („Inquiry“) und eigenes Anleiten von Achtsamkeitsübungen

Nebst der weiteren Vertiefung der eigenen Praxis kommen die nachfolgenden zwei wichtigen Elemente hinzu. Auch dieser Block findet in Zürich statt:
  • Das Einnehmen der Rolle als achtsamer Begleiter:
    In der achtsamen Gesprächsführung sehen wir uns weniger in der Rolle eines Beraters oder Problemlösers, sondern wir sind Begleiter auf dem Weg der Selbsterforschung. Dies wird möglich, durch eine besondere unterstützende Form des vertiefenden Dialoges („Inquiry“). Diese Form von „Begleitung“ kann in all den genannten Berufsfeldern (Psychotherapie, Pädagogik, Gesundheitswesen, Mitarbeitergespräche) sehr wertvoll sein. Unvoreingenommenheit und Vertrauen in das Gegenüber sowie Offenheit und Mitgefühl sind leitend dabei.
    Je nachdem, in welchem beruflichen Umfeld diese Form von Achtsamkeit einfließen soll, werden die Teilnehmenden im Prozess unterstützt, die Form dieser Dialog-Praxis an das entsprechende Arbeitsfeld anzupassen.
  • Das Anleiten von Achtsamkeitsübungen:
    Die Teilnehmenden erhalten in praktischen Übungen erste Gelegenheit, Achtsamkeitsübungen selbst anzuleiten. Durch die Arbeit in Kleingruppen wird es möglich, vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Rollen zu sammeln.
  • Weitere theoretische Elemente:
    Kontraindikationen und Nebenwirkungen von Achtsamkeit.
    Umgang mit möglichen Schwierigkeiten.

Kursdaten

Die Daten fürs 2018 folgen.

Kurszeiten

Die Tage in Zürich starten wir um 10.00 Uhr und enden um 18.00 Uhr. Samstags ist jeweils um 17.00 Uhr Seminar-Schluss.

Das auswärtige Modul hat leichten Retreat-Charakter. Dies bedeutet, dass wir viel Zeit einplanen für die persönliche Praxis in Form von längeren Anwesenheitszeiten (07.00 – ca. 20.00 Uhr) und auch einen ganzen Tag im Schweigen verbringen werden.

Kursorte

Zürich:                         „Pavillon“ und „Tobelhofsaal“, Wellness am Züriberg
                                   Tobelhofstr. 21. 8044 Zürich
Kappel a/Albis:              „Haus der Stille“, Kappel am Albis

Kursleitung

Béatrice Heller, psych. Beraterin und MBSR-Lehrerin & -Ausbildnerin
Stefan Machka, Psychotherapeut, MBSR- & Yogalehrer

Kurssprache

Deutsch

Teilnehmerzahl

mind. 10, max. 20

Kurskosten

CHF 3‘150.--    


Sollten Sie weitere Fragen haben zu dieser kleinen Fortbildung zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

 

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